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Donnerstag, 29.04.2010:

10604 Prostituierte in der Schweiz

Dirnen aus den EU-Staaten in Osteuropa überschwemmen die Strassenstriche in Schweizer Städten. Eine Umfrage in allen städtischen und kantonalen Polizeikorps belegt: 10 604 Frauen verkaufen in der Schweiz ihren Körper.

Wie die Umfrage der Zeitung «Sonntag» unter den Polizeikorps zeigt, stammen die Frauen mehrheitlich aus Osteuropa (Ungarn, Rumänien, Bulgarien), Asien (Thailand), Afrika (Nigeria und Westafrika) und Lateinamerika (Brasilien und Dominikanische Republik). Viele haben einen Schweizer Pass.

An der Spitze der Sex-Statistik stehen Genf (2705 Prostituierte), Zürich (1995 Prostituierte) und Basel (1850 Prostituierte). Das sind die offiziellen Zahlen. Bisher nicht bekannte Schätzungen von Beratungsstellen, die «Sonntag» vorliegen», gehen alleine in Zürich jedoch von 3700 Prostituierten aus (Bern: 1800-3000, Luzern: 400).

Behörden machtlos gegen Dirnen aus Oststaaten

Den Behörden sind die Hände gebunden: Weil die Frauen EU-Bürgerinnen sind, haben sie Anspruch auf eine Aufenthaltsbewilligung. Nun haben Deutschschweizer Kantone laut SonntagsZeitung beim Bundesamt für Migration (BfM) interveniert. Ohne grossen Erfolg. ­Anfang Jahr lud das BfM kantonale Migrationsspezialisten zum «Erfahrungsaustausch Erotik­milieu» ein - ein weiteres Treffen folgt.

Gar 25 000 Prostituierte?

Eine bemerkenswerte Zahl liegt zudem von TAMPEP vor, einem internationalen Forschungs- und Aktionsprojekt, das auch von der EU-Kommission subventioniert wird. TAMPEP besteht aus einem Netzwerk von 26 Organisationen in 25 Ländern und schätzt: 25 000 Frauen bieten in der Schweiz ihre Dienste an. Die Hälfte von ihnen dürfte illegal im Land sein. Das Bundesamt für Polizei (fedpol) ging 2007 von mindestens 6300 illegalen Prostituierten aus.

Ein Milliardengeschäft

Das Geschäft mit der käuflichen Liebe ist ein lukratives Business. «In der Schweiz wurden im Prostitutions- und Massagegewerbe ungefähr 1,5 Milliarden Franken an Umsätzen schwarz erwirtschaftet», sagt Wirtschaftsprofessor Friedrich Schneider zum «Sonntag». Die Zunahme wirkt sich auch auf die Arbeit der Beratungsstellen aus. Bei der Zürcher Fraueninformationszentrale FIZ gab es vor 10 Jahren noch 25 Beratungen. 2009 waren es bereits 180.



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