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Samstag, 19.02.2011:

Das ist ein grauenhaftes Pack, das dort ins Haus kommt

Die Sarina-Bar ist für die Polizei ein Problembetrieb und die Besitzer versuchen seit Jahren, aus einem Bordell ein Wohnhaus zu machen. Doch der Pächter widerspricht und stellt sich quer. Jetzt sagt er, weshalb.

Herr Züger, Sie betreiben an der Kanonengasse 9 die Sarina-Bar. Rolf Vieli von der Stadt sagt, es sei ein schlecht geführter Problembetrieb, es gäbe dort Gewalt, Drogen und illegale Prostitution. Was sagen Sie dazu?
Das stimmt alles nicht. Mein Betrieb ist tiptop geführt, es hat nie Klagen gegeben und ich habe beste Referenzen. Die Drogen grassieren im Umfeld, die Probleme kommen nicht zuletzt aus den Nachbarliegenschaften. Aber ich habe mir nie etwas zuschulden kommen lassen. Etwas anderes zu behaupten, ist eine Frechheit.

Die Stadtpolizei sagt, sie habe regelmässig im Haus zu tun, und das nicht nur wegen Drogen.
Das ist durchaus möglich. Aber man kann mich nicht dafür verantwortlich machen, was in den Salons über der Bar passiert. Das sind eigenständige Betriebe, ich bin lediglich der Vermieter.

Die Liegenschaftenbesitzer wurden jetzt von den Mietern verklagt und wissen nicht mehr weiter. Deshalb überlegen sie sich, den Mietern zu kündigen und Ihnen alle Stockwerke anzubieten. Würden Sie darauf eingehen?
Ich habe ihnen damals einen Stock abgetreten, damit sie bauen und das Haus aufstocken können. Ich denke, dabei werde ich es belassen. Es ist nicht mehr so einfach wie früher, die Geschäfte harzen.

Irgendeine Lösung muss aber her. Die Zustände sind für die Mieter unzumutbar, sie müssen über Drogensüchtige steigen, wenn sie früh morgens zur Arbeit wollen.
Noch mal, die Probleme mit den Drogen haben nichts mit der Sarina-Bar zu tun. Das ist das Umfeld. Das ist ein grauenhaftes Pack, das dort ins Haus kommt, weil es nicht abgeschlossen ist.

Abgeschlossen ist es nicht, weil die Prostituierten und die Freier denselben Eingang benützen wie die Wohnungsmieter. Hat Herr Vieli nicht vielleicht doch recht, wenn er die Probleme im Haus in der Sarina-Bar ortet?
Die Sarina-Bar hat weder mit den Salons in der ersten und zweiten Etage noch mit dem Treppenhaus etwas zu tun. Ich habe schon immer gesagt, dass eine durchmischte Nutzung der Liegenschaft nicht funktioniert. Deshalb habe ich den Eigentümern auch angeboten, ihnen alle drei Stockwerke zu überlassen und ich hätte nur die Bar behalten. Dann wäre das Haus zu und die Probleme gelöst. Aber die Eigentümer wollten am Schluss nur das eine Stockwerk.

Erstaunt Sie das? Die Eigentümer müssen schon für das eine Stockwerk Ihren Ertragsausfall entgelten. Warum sollten sie alle Stockwerke übernehmen, wenn sie das weit mehr kostet, als sie mit den Wohnungen verdienen?
Die Eigentümer haben wegen mir kein Geld verloren. Sie haben die Bedingungen gekannt, als sie die Liegenschaft ersteigert haben. Fakt ist, dass ich bis 2014 einen Vertrag habe und so lange bleibe ich.

Rolf Vieli ist der Meinung, dass alle Beteiligten an einen Tisch sitzen müssen, um eine Lösung zu finden. Bieten Sie Hand?
Selbstverständlich, ich bin immer dafür, dass man miteinander spricht. Ich habe zwar meine Vorstellungen, aber kann auch Kompromisse eingehen. Wer weiss, vielleicht kommt ja etwas dabei heraus, von dem alle profitieren.



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