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Mittwoch, 09.03.2011:

Jetzt wird der Sexklub in Zürich gebaut

In wenigen Monaten eröffnet am Pfäffiker Witzberg ein Bordell. Der Gemeinderat und die Nachbarn wollten das Vorhaben verhindern.


Die Bordellgegner haben sich zu früh gefreut. Zwar liessen sich die Bauherren einige Monate Zeit, nachdem der Gemeinderat dem Projekt zähneknirschend grünes Licht gegeben hatte. Doch Mitte Januar fuhren die Baumaschinen an der Pfäffiker Speerstrasse hinter der Aldi-Filiale auf. Und bereits Ende Jahr soll der Sexklub fertig sein, sagt Roberto Vetere, der das Projekt zusammen mit Domenico Bressi initiierte.

15 bis 20 Frauen

Das dreistöckige Bordell wird einiges grösser sein als die Konkurrenz im Ort – der Salon Malibu an der Hochstrasse. Im Erdgeschoss werden Empfang und Aufenthaltsräume gebaut. Im ersten Stock entstehen zehn Zimmer für «erotische Dienstleistungen», wie es in der Bauausschreibung heisst. Und zuoberst ist ein Wellness-Bereich mit Sauna, Whirlpool und Solarium geplant. Für die Gäste stehen 20 Parkplätze zur Verfügung.

Laut Vetere werden dereinst 15 bis 20 Frauen im Sexklub tätig sein. Sie arbeiten auf eigene Rechnung und bezahlen für die Infrastruktur. Das sei in der Branche eine durchaus gängige Form der Zusammenarbeit, sagt der Geschäftsmann.

Rekurs zerpflückt

Der Sexklub entsteht unmittelbar neben dem Wohnquartier Matte. Entsprechend laut waren die Proteste, als die Pläne Ende 2008 bekannt wurden. Anwohner fürchteten den Verkehrslärm und einen schädlichen Einfluss auf die Kinder. In der Folge gründeten sie eine Interessengemeinschaft und sammelten innerhalb kürzester Zeit über 1600 Unterschriften gegen den Sexklub. Zwar hatte der Gemeinderat den eigentlichen Bau zu jenem Zeitpunkt bereits bewilligt. Doch die nachträgliche Nutzungsänderung lehnte die Behörde ab. Das Argument, ein Bordell sei an dem Ort nicht zumutbar, wurde aber schliesslich von der Baurekurskommission zerpflückt. So etwas wie ein «Vergnügungsviertel» existiere in der Bau- und Zonenordnung nicht.

Rückblickend bedauert Vetere, dass die Anwohner gleich auf die Barrikaden gegangen seien und nicht das Gespräch gesucht hätten. Als Bauherren seien sie allerdings auf Verzögerungen vorbereitet gewesen. Dass die Bauarbeiten am Ende zwei Jahre später begonnen werden konnten als geplant, habe aber schon Geld gekostet. Unabhängig davon sei man um ein gutes Verhältnis mit den Nachbarn bemüht, hält Vetere fest. So habe sich der Projektleiter bei den unmittelbaren Anwohnern als Ansprechperson bei Problemen und Reklamationen vorgestellt. «Das gehört sich doch einfach so», sagt er

 

http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/oberland/-Jetzt-wird-der-Sexklub-gebaut-/story/13202217



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