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Donnerstag, 13.10.2011:

Kantone führen Pauschalsteuern für Prostituierte ein

Mehrere Kantone kapitulieren vor den Betreibern von Rotlicht-Etablissments, die sich nicht in die Buchhaltung blicken lassen. Nun haben sie eine bescheidene Pauschalsteuer eingeführt, um ohne grossen Kontrollaufwand mitzuverdienen.


Das zeigen die Recherchen der Zeitung «Der Sonntag». Als Pionier ging im letzten Jahr der Kanton Thurgau voran. In einem Merkblatt, das im Internet aufgeschaltet ist, bietet er den Betreibern von Rotlicht-Clubs an, die Einkünfte der von ihnen beschäftigten ausländischen Frauen pauschal abzugelten.Gerechnet wird mit einem Tagesumsatz von lediglich 200 Franken pro Prostituierte. «Lässt sich der Lohn nur schwer durch den erwirtschafteten Umsatz ermitteln, kann (...) von einer Tageslohnsumme von 200 Franken ausgegangen werden.» Damit kostet eine Prostituierte den Clubbesitzer pro Monat nur 400 Franken Quellensteuer. Zudem zahlt er pro Tag und Frau rund 20 Franken Sozialversicherungsbeiträge.Eine Lohnbuchhaltung hat er nicht mehr zu führen. Die Thurgauer Behörden begründen das neue System mit der Renitenz der Clubbetreiber. So klagt die kantonale Ausgleichskasse in einem Schreiben, dass «die Etablissements die ausgerichteten Löhne teilweise nicht korrekt abrechnen und sich daran künftig auch nichts ändern wird».Frauen würden selbständig arbeitenMehrere Kantone haben nun das Thurgauer Pauschalsteuer-System übernommen, darunter Luzern und Aargau. «Das Problem ist, dass viele Etablissements sperren», begründet Angelo Longobardi, Teamleiter Quellensteuer des Kantons Luzern. «Die Clubbesitzer behaupten, die Prostituierten seien selbstständig, und sie wüssten nicht, was die Frauen einnehmen.»Im Kanton Solothurn ist die Pauschalsteuer ebenfalls ein Thema. «Es ist denkbar, dass wir das Regime des Kantons Thurgau übernehmen», sagt David Boner, Leiter Sondersteuern. «Das ist eine praktikable und einfache Lösung, wenn der Umsatz schwer zu erfassen ist.»http://www.aargauerzeitung.ch/schweiz/kantone-fuehren-pauschalsteuern-fuer-prostituierte-ein-114189427



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