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Donnerstag, 19.01.2012:

Neues Bordell in Pfäffikon Sauna Club Blue-UP

Bordell kämpft gegen die Vorbehalte der Bevölkerung


Die Frauen sind beim Arbeitsamt gemeldet, der Aussenbereich wird mit Kameras überwacht. Mit einem Höchstmass an Seriosität wollen die Bordell-Betreiber den Vorbehalten der Bevölkerung entgegentreten.

Neckisch hebt die junge Frau den Saum ihres Kleides, entblösst ihren linken Oberschenkel und schaut den Besucher von unten her an. Die Szenerie stammt aus einem Bild, das an der Wand des neuen Bordells im Pfäffiker Industriegebiet hängt. Noch verrichten darin Handwerker ihr Werk, verlegen die letzten Leitungen und schieben Sofas an ihren Platz. «Am Freitag in einer Woche feiern wir Eröffnung», sagt Roberto Vetere, einer von zwei Betreibern des Erotik-Etablissements.

Vetere mag nicht mehr zurückblicken auf die langwierige Entstehungsgeschichte seines Bordells. «Man soll uns jetzt die Chance geben zu zeigen, dass wir unseren Betrieb sauber, seriös und ohne Belästigung der Anwohner führen können – so, wie es sich gehört.»

Wie in einem Hallenbad

Bei einem ersten Rundgang eine Woche vor Eröffnung – und noch ohne arbeitendes Personal – zeigt sich der «Saunaclub» tatsächlich wie ein solcher: hygienisch top und ein wenig bieder. An der Reception bezahlen die Kunden den Eintritt, nicht aber die später in Anspruch genommenen Dienstleistungen. Ausgestattet mit weissen Bademänteln oder Frottétücher, werden sie zu den Umkleidekabinen geleitet – wie in einem Hallenbad oder eben in einer Sauna. Nur finden sich dort selten schwere, purpurrote Vorhänge an den Fenstern. Und auch keine abschliessbaren Zimmer mit rot bezogenen Betten und Kleenex-Boxen daneben. Weiter findet man ein Solarium, eine Lounge, ein Kino, ein Fumoir und eine Bar. Und natürlich eine Sauna: Aber wird?diese auch benutzt? «Die meisten Kunden zahlen nicht Eintritt, um hier zu schwitzen», so Vetere.

Frauen arbeiten selbstständig

Die zwanzig Frauen des Bordells arbeiten laut Roberto Vetere auf eigene Rechnung. «Wie die Kunden zahlen auch sie dafür, dass sie unsere Einrichtung benutzen dürfen.» Wo und wie er die Damen angeworben hat, sagt Vetere nicht. Alle hätten aber eine gültige Aufenthaltsgenehmigung und seien offiziell als Prostituierte gemeldet. Vetere glaubt deshalb, dass das neue Puff in Pfäffikon relativ unspektakulär laufen wird. «Davon können sich auch die Anwohner gerne überzeugen», sagt er lächelnd. «Und wenn sie nur kurz kommen, um Zigaretten zu kaufen.»



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