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Mittwoch, 09.06.2010:

Rätsel um Langstrassen - Razzia geklärt

Nun ist klar, wem die gestrige Offensive der Zürcher Polizei galt: Die Stadtpolizei und Kantonspolizei Zürich liessen einen Menschenhändler-Ring hochgehen und nahmen 14 Personen fest.

Ein grosser Schlag ist den Zürcher Polizeikorps gelungen: Die Stapo und die Kapo nahmen während einer «gezielten Aktion» vom Dienstagmorgen an der Zürcher Langstrasse 14 Personen fest. 13 der Verhafteten stammen aus Ungarn, eine Person aus Rumänien. Wie es in einer Medienmitteilung heisst, wird ihnen vorgeworfen, «eine grössere, noch nicht genauer bekannte Anzahl von Frauen in die Schweiz gebracht und im Strassenstrich eingesetzt zu haben». Im Vordergrund stehen die Tatbestände Menschenhandel sowie Förderung der Prostitution, wie die Polizei weiter konkretisierte. Zum gleichen Zeitpunkt wurden in Koordination mit dem Bundesamt für Polizei in Bern durch das nationale Ermittlungsbüro der ungarischen Polizei zwei weitere Personen in Ungarn verhaftet.

Die Aktion im Zürcher Rotlichtmilieu sorgte am Dienstag für grosse Aufregung: Die Langstrasse war gesäumt von Polizeiwagen, dutzende Beamte durchkämmten mehrere Liegenschaften. Der Intervention gingen umfangreiche Ermittlungen über mehrere Monate voraus, wie die Polizei mitteilt. «Gestützt auf die dadurch gewonnenen Erkenntnisse wurden an mehreren Örtlichkeiten im Kreis 4 Kontrollen und Hausdurchsuchungen durchgeführt.»

Sechs Personen bereits wieder auf freiem Fuss

Die Polizei nahm während der Aktion nicht nur 14 Personen im Alter zwischen 18 und 47 Jahren fest, sie befreite auch 22 mutmassliche Opfer. Die Frauen stammten mit einer Ausnahme alle aus Ungarn und waren im Alter zwischen 18 und 32 Jahren. Gemäss Polizei wurden sie an den verschiedenen Örtlichkeiten angetroffen und für Befragungen mitgenommen. Anschliessend wurden die Frauen an Opferhilfestellen vermittelt. Ihnen wird im Verfahren gegen die mutmassliche Täter eine wichtige Rolle als Belastungszeugen zu kommen. In der Vergangenheit scheiterten Verfahren gegen mutmassliche Menschenhändler häufig an den fehlenden Zeugen.

Hinter Gittern befinden sich von den mutmasslichen 14 Menschenhändlern am Tag danach nur acht. Gemäss der Polizei wurden sie nach ersten Befragungen der Staatsanwaltschaft Zürich zugeführt. «Alle anderen Festgenommenen befinden sich zwischenzeitlich wieder auf freiem Fuss», heisst es im Communiqué. Gemäss Stapo-Sprecherin Judith Hödl fehlten Haftgründe, um die mutmasslichen Menschenhändler weiter festzuhalten. «Ein Strafverfahren gegen die Persoenen ist aber nicht ausgeschlossen», so Hödl. Die beiden in Ungarn festgenommenen Beschuldigten, ein 37-jähriger Mann und eine 44-jährige Frau, wurden in Haft genommen.



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