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Montag, 05.07.2010:
Rücktritt wegen Gruppensex
SVP-Politiker Fabien Richard hat ein ungewöhnliches Hobby: Er bietet Männern für 300 Franken ganz speziellen Gruppensex an. Das kostet ihn jetzt die politische Karriere.
Politisch vertritt Fabien Richard als Mitglied des Stadtparlaments in Yverdon VD eine harte rechte Linie, setzte er sich unter anderem für die Videoüberwachung am Bahnhof ein. Privat geht SVP-Politiker Richard einer anderen Leidenschaft nach. Er organisiert übers Internet Gruppensex-Partys, sogenannte Gangbangs.
In Inseraten sucht er einerseits junge Prostituierte, andererseits Männer, die Lust auf eine Gangbang-Party haben und dafür bezahlen.
Ein Journalist der welschen Sonntagszeitung «Le Matin Dimanche» deckt Richards bizarres Hobby auf. Er stellt fest, dass die Telefonnummer in einem Sexinserat mit derjenigen des bekannten Lokalpolitikers Fabien Richard übereinstimmt.
Der Journalist meldet sich auf das Inserat, gibt sich als Freier aus. Er verabredet sich mit Richard, macht eine Anzahlung für die Sexparty und lässt sich eine Quittung ausstellen. Ein Fotograf hält die Szene heimlich fest.
Im Inserat heisst es: «GangBang mit Vanessa, heissblütige willige Brünette, schlank, schöner Bauch, rasierte Katze. Sex so viel man will.» Kosten: 300 Franken. Kaltes und warmes Buffet sowie Getränke sind inbegriffen. Maximal acht Teilnehmer.
Fünf Männer haben sich daraufhin gemeldet. Das Treffen soll in einem Saunaclub in Recherswil SO stattfinden.
In einem weiteren Inserat sucht Fabien Richard Frauen, die schon immer mal mit einem ganzen Rudel Männer Sex haben wollten. «Alter und Aussehen ist nicht wichtig», schreibt der SVP-Mann.
Er organisiere Gangbangs seit drei Jahren «nur zum Spass», erklärt er. «Das ist ein Hobby wie alle anderen», sagt Richard zu «Le Matin Dimanche». Verträgt sich diese Freizeitbeschäftigung mit seinem politischen Amt? «Das hat nichts damit zu tun. Das ist mein Privatleben», erklärt er.
Richard behauptet lediglich für die Organisation des Gruppensex-Treffens verantwortlich zu sein. «Ich mache nicht mit!»
Die SVP-Parteileitung des Kanton Waadts wusste nichts von Richards Hobby. Fabrice Moscheni (43), Präsident der Waadtländer SVP: «Wir schauen jetzt mal, was die Nachricht für ein Echo erzeugt. Erst dann entscheiden wir über Massnahmen.»
Fabien Richard ist der Partei zuvorgekommen. Gestern ist er mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurück- und aus der SVP ausgetreten.
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