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Dienstag, 24.05.2011:

Stadt prüft Zonen, Sex-Garagen und ein offizielles Puff

LUZERN - Anwohner in Luzern stören sich am Strassenstrich. Nun will der Stadtrat aktiv werden und denkt über Verrichtungsboxen, Strichzonen und ein Laufhaus nach.


Weil in der Stadt Luzern die betroffene Bevölkerung teils stark unter den Nebenerscheinungen der Strassenprostitution leidet, prüft der Stadtrat nun drei Massnahmen gegen die Strassenprostitution: Strichverbotszonen, Laufhäuser und Verrichtungsboxen.

Grosse Strichszenen wie in Zürich oder Olten kenne man in Luzern nicht, schreibt der Stadtrat in der heute veröffentlichten Antwort auf zwei politische Vorstösse. Trotzdem wolle er die Anliegen der Bevölkerung ernst nehmen und die Nebenerscheinungen der Strassenprostitution wie Belästigungen, Nachtruhestörungen oder Verschmutzung von Trottoirs bekämpfen.

Der Stadtrat ist der Ansicht, dass eine Strichverbotszone die Strassenprostitution auf dem Stadtgebiet nicht verbieten würde. Aber es liesse sich klar festhalten, dass diese Tätigkeit beispielsweise in Wohnquartieren, bei Schul- oder Grünanlagen oder bei ÖV- Haltestellen nicht mehr erlaubt wären.

Ein öffentliches Laufhaus


Eine sinnvolle Ergänzung zu einer Strichverbotszone wäre für den Stadtrat ein Laufhaus, in dem Prostitution geduldet würde. Statt auf dem Trottoir würden die Prostituierten in einem gemieteten Zimmer bei geöffneter Tür auf Freier warten.

Weil sich die Prostituierten und die Kunden dadurch nicht mehr auf der Strasse aufhalten, würden die Störungen für die Anwohner markant abnehmen, ist der Stadtrat überzeugt.

Bekommt Luzern Verrichtungsboxen?


Als dritte Massnahme will der Stadtrat die Einführung so genannter Verrichtungsboxen prüfen. Dazu wird eine Zone – ähnlich einem grossen Parkplatz – für die Strassenprostitution ausgeschildert. Dort werden den Prostituierten garagenähnliche Boxen zur Verfügung gestellt, in welche die Freier mit dem Auto reinfahren können.

Zuhälter und Drogendealer haben in dieser Zone keinen Zutritt. Erfahrungen aus Holland seien durchwegs positiv, heisst es in der Antwort weiter. Die negativen Begleiterscheinungen des Strichs innerhalb der Stadt seien verschwunden und die Sicherheit der Prostituierten konnte stark verbessert werden.

Derzeit erarbeitet der Kanton Luzern ein Gesetz zur Prostitution. Darin seien bisher keine Massnahmen gegen die Strassenprostitution vorgesehen, schreibt der Stadtrat. Er fordert deshalb, dass der Kanton im geplanten Gesetz explizit auch die Strassenprostitution regelt.



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