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Sonntag, 11.04.2010:
Tabledance-Lokal hat Puff mit Freudenhaus
NEFTENBACH ZH – Die Betreiber eines Tabledance-Lokals sehen rot. Ein Bordell oberhalb ihrer Bar droht ihr Geschäft ins falsche Licht zu rücken.
Jasmin Dürr (31) ist verzweifelt. Sie fürchtet um den guten Ruf ihrer «Garagebar». Grund ist das Bordell, das oberhalb ihres Lokals eröffnet wird.
Dürr führt ihr Tabledance-Lokal in Neftenbach seit drei Jahren zusammen mit ihrem Partner Uwe Kräuter (47). Liebevoll eingerichtet und geschmückt, mit Stripstangen und natürlich Tischen, die auch etwas aushalten.
«Wir sind aber kein Puff», sagt die 31-Jährige mit Nachdruck. «Das soll eben ein Lokal sein, wo Tabledance noch Tabledance ist. Erstens sieht man das an unseren günstigen Getränkepreisen.» Zudem gebe es auch keinen Alkoholzwang für ihre Tänzerinnen. «Die kann man zwar auf ein Getränk einladen – aber es steht deutlich auf der Karte, dass sie trinken können, was sie wollen. Auch ein Glas Wasser. Wir sind hier keine Bude, die die übliche «Champagner-Abzocke» betreibt»
30 Tänzerinnen – alle aus der Schweiz
Das Konzept hat Erfolg und die Betreiber wissen auch, warum: «Hier kommen alle her. Vom Büezer bis zum Banker – alle. Männer und Frauen. Die Leute wissen, hier hat man es lustig und verbringt einen tollen Abend. Und den Tänzerinnen gefällt es auch. Mittlerweile habe ich ein Team von insgesamt 30 Frauen am Start, alles Schweizerinnen. Und es geht nur ums Tanzen, um die Leidenschaft.»
Stripperin Lisa Paris (31) nickt. Sie tanzt seit sieben Jahren, seit einem Jahr in der «Garagebar». «Ich mache das einfach gern. Nebenberuflich. Und hier ist es super. Super Leute, super Stimmung.
Spassverderber «Funhouse»
Doch ausgerechnet jetzt, wo das Geschäft so gut läuft, könnte alles bachab gehen. Vermieter Yves Braun (49) hat den ersten und zweiten Stock des Gebäudes neu vermietet. An Puff-Betreiber! Braun zu Blick.ch: «Alles sauber angemeldet. Und das wird auch bewilligt, schliesslich ist hier Gewerbezone. In wenigen Wochen hängt hier schon das neue Leuchtschild: «Funhouse».
Das gefällt Jasmin Dürr überhaupt nicht: «Das Puff ruiniert unseren Ruf. Die Leute, die hierher kommen, die kommen ja nicht, um Sex zu kaufen, die wollen eine schöne Show, die wollen zusammen eine gute Zeit haben. Wenn jetzt die Freier hier reinkommen und die Tänzerinnen oder Besucherinnen fragen, wie viel sie kosten – das geht einfach nicht.»
Akzeptiert von den Nachbarn
Besonders bitter für die Tabledance-Betreiber: «Wir haben viel Geld und Liebe in diesen Ort gesteckt. Anfangs waren die Nachbarn sehr skeptisch, haben sogar protestiert, weil sie meinten, wir eröffnen hier ein Puff. Wir haben ihnen gezeigt, dass wir das nicht sind, jetzt sind wir akzeptiert.»
Es sei gut möglich, dass sie und ihre Tänzerinnen nun in den gleichen Topf geworfen werden wie die Puff-Betreiber. Obwohl sie in der «Garagebar» etwas ganz anderes machen würden. «Nicht, dass ich etwas gegen Prostituierte hätte», sagt Jasmin Dürr. «Darum gehts mir nicht. Aber ich will kein Puff haben, und wir führen hier keins. Jetzt haben wir trotzdem Puff.»
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