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Freitag, 08.04.2011:
Thurgau / Widerstand gegen Erotiksalon
Gegenüber dem Sportzentrum soll im ehemaligen Sporthotel ein Erotiksalon entstehen. Dagegen regt sich Widerstand: Der Gemeindepräsident will Einsprache erheben, und die SVP wettert. Nur der Besitzer versteht den Aufstand nicht.
Im 2009 wechselte das Sporthotel an der Kasernenstrasse den Besitzer. Neue Eigentümerin wurde die Etrik AG, deren Präsident der Landwirt Edwin Eberli aus dem thurgauischen Hüttwilen ist. Er erklärte damals gegenüber der Appenzeller Zeitung, am Konzept vorläufig nichts ändern zu wollen und die Räume weiterhin längerfristig zu vermieten.
Befremden bei SVP
In der Mittwochausgabe war nun aber eine Bauplanauflage publiziert, wonach im Erdgeschoss ein Erotiksalon entstehen soll. Die SVP reagierte umgehend mit einem Mediencommuniqué, in dem sie ihrem Befremden darüber Ausdruck gibt: «Der beabsichtigte Standort könnte nicht schlechter gewählt sein, liegt er doch exakt gegenüber dem stark frequentierten Sportzentrum, das täglich durch eine Vielzahl von Schulkindern besucht und benutzt wird.» Das bestehende «schmuddelige Angebot im Dorf» reiche bei weitem aus, so die SVP. Sie verlangt vom Gemeinderat, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, damit sich an der Kasernenstrasse kein Bordell ansiedeln kann.
Gemeindepräsident Paul Signer beteuert, erst aus der Zeitung vom geplanten Erotiksalon erfahren zu haben. Er will mit Juristen zusammen eine Einsprache prüfen. «Ein Puff hat vis-à-vis dem Sportzentrum nichts verloren», so Signer unmissverständlich. «In der Anlage gehen viele Kinder und Jugendliche ein und aus. Es wäre widersprüchlich, wenn wir im Sportzentrum «Cool & Clean» propagieren, und auf der anderen Strassenseite ist ein Puff.» Signer glaubt, dass die Einsprache geschützt würde.
Umgebung wird nicht gestört
Anderer Meinung ist Edwin Eberli und stützt sich bei seiner Einschätzung auf juristische Abklärungen. Eine Einsprache würde das Vorhaben nur verzögern, aber nicht verhindern, ist er sich sicher. Sowieso versteht er die Aufregung nicht, die die Bauplanauflage ausgelöst hat. Die Zimmer seien schon bis jetzt vermietet gewesen, nun interessiere sich ein Erotikbetreiber dafür. Der Salon werde die Umgebung nicht stören. «Wir werden nicht einmal Tafeln anbringen», so Eberli. Eine moralische Gefährdung der Jugendlichen sieht er nicht. Die seien sich anderes gewohnt, meint er. Und auch, dass eine Nachfrage nach Erotikbetrieben bestehe, sei erwiesen. Schon in der Vergangenheit könnte es im Sporthotel zur Sache gegangen sein, deutet er an. «Wir gehen nun den legalen Weg und ernten dafür so viel Aufregung», wundert er sich.
Frist endet am 26. April
Die Einsprachefrist endet am 26. April. Danach werden die Einsprachen geprüft. Solange der Entscheid aussteht, werden die Zimmer weiterhin wie bis anhin vermietet, so Eberli: «Wir haben Anfragen genug.»
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