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Sonntag, 18.04.2010:
Zürich / Prostituierte arbeiten bis zur Erschöpfung
Romazuhälter wollen in Zürich das schnelle Geld machen. Jetzt schicken sie die Frauen auch an der Langstrasse im Akkord auf den Strich. Die Stadt befürchtet Machtkämpfe zwischen den Clans.
Der Kampf um jeden Meter auf dem Strassenstrich am Zürcher Sihlquai zieht nicht nur das umliegende Quartier in Mitleidenschaft. Weil immer mehr auswärtige Zuhälter das grosse Geld in Zürich wittern, wird im ganzen Stadtraum nach Orten gesucht, wo die Frauen anschaffen können. Und die Männer werden im Langstrassenquartier fündig.
Dort vermieten Liegenschaftenbesitzer ihre Wohnungen und Zimmer an die Hintermänner der Prostituierten ohne Fragen zu stellen. «Es geht ihnen dabei nur um die Gewinnmaximierung. Und die Zuhälter zahlen jeden Preis», sagt Rolf Vieli, Projektleiter Langstrasse Plus, gegenüber Tagesanzeiger.ch.
Die Frauen stehen unter absoluter Kontrolle
Die Prostituierten, meist Romafrauen, schwärmen von dort ins Quartier aus. «Neu an diesem Phänomen ist, dass die Frauen nicht nur an der Langstrasse stehen und auf die Männer warten, sondern sehr aggressiv auf sie zugehen, weil sie innerhalb von kürzester Zeit viel Geld verdienen müssen», so Vieli. Der Druck auf die Romafrauen ist enorm, die Abhängigkeit von den Hintermännern hat zugenommen. «Sie stehen unter absoluter Kontrolle, haben fast keine Ruhezeiten und viele sind völlig übermüdet. Ob sie noch Drogen nehmen müssen, um das durchzuhalten, können wir nur vermuten.»
Auch in den Seitengassen bieten sie ihre Liebesdienste zu Dumpingpreisen an, was die angestammten Prostituierten zunehmend in ihrer Existenz bedroht. Immerhin ist das Littering-Problem im Langstrassenquartier noch nicht so akut wie teilweise am Sihlquai, wo die Prostituierten und ihre Freier sogar ihre Notdurft in den Hinterhöfen verrichten. Aus dem Quartier sind bisher gemäss Vieli nur vereinzelt Hinweise auf Störungen eingegangen.
«Wir wollen nicht, dass Menschen sterben»
Wie viele Prostituierte effektiv an der Langstrasse anschaffen, lässt sich nicht beziffern. Tendenziell nehme die Zahl jedoch zu, sagt Vieli. «Wir müssen genau hinsehen, damit sich diese Szene im Kreis 4 nicht etablieren kann.» Welche Massnahmen die Stadt ergreifen will, um eine Ausbreitung des Milieus zu verhindern, wollte der Projektleiter Langstrasse Plus nicht bekannt geben, «doch die Polizei wird alles tun, um zu verhindern, dass es auch bei uns zu Machtkämpfen zwischen den Clans kommt, bei denen Menschen sterben.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnetz)
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